Arbeiten liegen vor dem Zeitplan

Kanalerschließung des Unternehmerparks Kottenforst ist nahezu abgeschlossen

Die Arbeiten am Unternehmerpark Kottenforst schreiten zügig voran. Bei einem Termin auf der Baustelle informierte der Technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt gemeinsam mit weiteren Vertretern der Stadt Meckenheim, des Erftverbandes, der ausführenden Firma Strabag und von Kempen Krause Ingenieure über die Fortschritte des Großprojektes. Witt lobte den planmäßigen Fortgang der Bautätigkeiten und hob das vorbildliche Zusammenspiel der Projektbeteiligten hervor. „Dieses ist ein hervorragendes Beispiel für eine gelungene interkommunale Zusammenarbeit zwischen Stadt Meckenheim und Erftverband.“ René Düppen, Abteilungsleiter Planen und Bauen beim Erftverband, sprach mit Blick auf das schnelle Vorankommen von einem Riesenerfolg. Fast zwei Monate liege man vor dem Zeitplan.

Foto zeigt die Akteure, die über den Fortgang der Arbeiten am Unternehmerpark Kottenforst informieren.

Informierten über die Baufortschritte im Unternehmerpark Kottenforst, von links: Sven Mevißen, Bauleiter Kempen Krause Ingenieure, Holger Weber, Geschäftsführer Zweigstelle Hennef der Firma Strabag, Heinz-Peter Witt, Technischer Beigeordneter der Stadt Meckenheim, René Düppen, Abteilungsleiter Planen und Bauen Erftverband, Marcus Witsch, Fachbereichsleiter Verkehr und Grünflächen der Stadt Meckenheim, Peter Daube, Fachbereich Verkehr und Grünflächen der Stadt Meckenheim, Christian Wilhelm, Stadtwerke Meckenheim, sowie Lars Fischer vom Erftverband.

Die Kanalerschließungsarbeiten im neuen Unternehmerpark Kottenforst sind nahezu abgeschlossen. In nur fünf Monaten Bauzeit hat die vom Erftverband beauftragte Firma Strabag insgesamt fast fünf Kilometer neue Schmutzwasser- und Niederschlagswasserleitungen verlegt und umfangreiche Erdarbeiten für die offenen Gräben hergestellt. Das Kanalnetz der zirka 42 Hektar großen Gesamterweiterung des Industrieparks Kottenforst ist als Trennsystem angelegt. Schmutzwasser und Niederschlagswasser werden dabei in separaten Leitungen transportiert.

Das im Planungsgebiet anfallende Niederschlagswasser sammelt sich in einem rund 2,1 Kilometer langen Leitungssystem und wird über offene Gräben sowie ein Havarie-Becken gedrosselt in den Eisbach eingeleitet. Das Grabensystem dient dabei zusätzlich als Rückhalteraum und der Eisbach wird dadurch bei starken Niederschlägen entlastet.
Das Leitungssystem für das Schmutzwasser ist rund 2,8 Kilometern lang. Eine ebenfalls neu errichtete Pumpstation leitet das Schmutzwasser über eine rund 600 Meter lange Druckleitung in die bestehende Kanalisation an der K53 und von dort weiter zum Gruppenklärwerk Flerzheim, wo das Schmutzwasser gereinigt wird.

Auf die Fertigstellung der Kanalisation folgen die Erd- und Verlegungsarbeiten für die Versorgungsträger für Trinkwasser (Stadtwerke Meckenheim), Strom (westnetz), Gas (e-Regio) und Glasfasernetz (Telekom und b:nt). Somit kann im Juni mit den abschließenden Straßenbauarbeiten begonnen werden. Die Kosten für die Gesamtmaßnahme betragen rund 9,2 Millionen Euro.

Zweite Gemeinschaftsmaßnahme

Die Arbeiten an der zeitgleich zur Erschließung des Unternehmerparks Kottenforst durchgeführten Gemeinschaftsbaumaßnahme des Erftverbandes mit den Stadtwerken Meckenheim liegen ebenfalls gut im Zeitplan. Der vom selben Auftragnehmer ausgeführte Neubau eines Retentionsbodenfilters zur weitergehenden Reinigung von Niederschlagswasser samt Zufluss-Leitungen ist weit fortgeschritten. Das Erdbecken mit seinen 3.300 m2 Filterfläche erhält aktuell seine Abdichtungsbahn aus Kunststofffolie. Sie wird anschließend mit einer Schicht aus Filtersand belegt und mit Schilf bepflanzt. Der geplante Zeitplan zur Fertigstellung bis Ende 2019 kann voraussichtlich eingehalten werden.

Erneuerung der Trinkwassertransportleitung

In Zuge der Baumaßnahme erneuern die Stadtwerke Meckenheim die Trinkwassertransportleitung (Durchmesser DN 400) in Richtung des bestehenden Industriegebietes Kottenforst von der Kreuzung Gudenauer Allee / Bonner Straße bis zur Einmündung Bergerwiesenstraße. Die Rohrleitungsarbeiten sind zu 90 Prozent abgeschlossen. Der zwischenzeitlich für die Rohrlegearbeiten gesperrte Radweg an der K53 / Lüftelberger Straße ist wieder freigegeben und mit einer neuen Asphalttragschicht versehen worden. Die Asphaltdeckschicht erfährt nach Abschluss aller Arbeiten noch eine Ergänzung. Der Zeitplan dieser Maßnahme kann voraussichtlich ebenfalls wie vorgesehen bis Sommer 2019 umgesetzt werden.

Attraktive Gewerbefläche entsteht

Die Erschließungsarbeiten des Unternehmerparks Kottenforst haben mit dem ersten Spatenstich am 14. November 2018 begonnen. Es handelt sich um eine Gemeinschaftsmaßnahme der Stadt Meckenheim und des Erftverbandes, die der Erftverband federführend umsetzt. Im ersten Bauabschnitt wird derzeit eine ca. 31 ha umfassende Fläche erschlossen, um anschließend rund 20 ha Gewerbefläche vermarkten zu können. Die Größe der Grundstücke variiert zwischen 2.500 m2 und 30.000 m2.

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Nachhaltigkeit durch Innovation

Einen Schritt aus der Vergangenheit in die Zukunft geht die Stadt Meckenheim mit der Gründung des 31ha großen Unternehmerparks Kottenforst. Eingegliedert in die Strukturen des „bio innovation park Rheinland“ ermöglicht es der Park Unternehmen aus der Agrarbranche, den Kontakt zur universitären Wissenschaft herzustellen und zu intensivieren. Ziel des Parks ist es Wege zwischen Industrie und Wissenschaft möglichst kurz zu halten, damit sich beide Zweige im nationalen und internationalen Raum profilieren können.

Desweitern ist es das Ziel der Stadt, den Unternehmerpark Kottenforst so zu gestalten, dass ein Arbeitsumfeld geschaffen wird, welches das Motto „Gerne im Grünen leben und arbeiten“ verwirklicht. Um dies zu realisieren, sollen Unternehmen auf möglichst innovative Architektur und nachhaltige Baumaterialien zurückgreifen. Die Universität Bonn, als Teil des „bio innovation park Rheinlands“, liefert hierfür passende Umsetzungsmöglichkeiten, da sie die Entwicklung eines neuartigen Dämmputzes, bestehend aus dem schnell wachsenden Riesen-Chinaschilf (Miscanthus giganteus), vorantreibt. Dafür muss das Riesen-Chinaschilf zunächst getrocknet und auf eine ganz bestimmte Größe zerkleinert werden, um dämmleistungssteigernde Hohlräume, die sich in der Pflanze befinden, möglichst effizient nutzen zu können. In einem weiteren Schritt wird das zerkleinerte Schilf mit einem Bindemittel gemischt, um eine bessere Haftung an Oberflächen zu gewährleisten. Eine 1-2cm starke Schicht des Hochleistungsdämmputzes hat eine vergleichbare Wärmedämmleistung wie 14 cm Styropor. Auch soll der Einsatz von erneuerbaren Energien, wie z.B. die energetische Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen oder auch Photovoltaikanlagen auf Dach und Wand, die CO2-Emission des Unternehmerparks minimieren. Ein zukunftsorientiertes Konzept zur Reduktion von externer Energieversorgung und CO2-Emission findet sich schon jetzt in einer Außenstelle der Uni Bonn, dem Campus Klein-Altendorf. Hier werden Produktionsabfälle aus dem Obstanbau zusammen mit nachwachsenden Rohstoffen, wie z.B. das obengenannte Riesen-Chinaschilf verwendet und das Material mit Hilfe von Hackschnitzelheizungen energetisch nutzbar zu machen. Die dabei entstehende Asche kann als Dünger wieder in den Kultivierungsprozess eingebracht werden.

Ein „Grünes Klima“ können aber auch schon langbekannte Techniken, die stärker genutzt werden sollten, in dem Unternehmerpark Kottenforst erzeugen. So helfen Dach- und Fassadenbegrünung nicht nur die Luftqualität zu verbessern, sondern sie leisten auch einen Beitrag dazu, das Insektensterben zu verringern, indem sie neue Lebensräume schaffen. Insbesondere die Kombination von Dachbegrünung und Photovoltaikanlagen kann die Energieerzeugung steigern, da Dachbegrünungen eine kühlende Wirkung auf Photovoltaikanlagen haben.  Dies könnte für zukünftige Unternehmen eine gewinnbringende Kombination sein,  da angesichts der in dieser Region überdurchschnittlich hohen Sonnenstundenanzahl eine effiziente Nutzung der Anlagen zu erwarten ist. Im Vordergrund des Unternehmerparks steht es also nicht nur die Agrarbranche effizienter, innovativer und nachhaltiger zu gestalten mit Hilfe der zukünftig ansässigen Firmen, sondern darüber hinaus sollen die Firmen diesen nachhaltigen Charakter durch innovative Baukonzepte widerspiegeln.

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Einen Schritt in die Zukunft

Die Stadt Meckenheim kann auf eine langjährige und traditionsreiche Geschichte im Gartenbau zurückblicken. Einen Schritt aus der Vergangenheit in die Zukunft macht die Stadt Meckenheim mit der Errichtung des 45 ha großen Unternehmerpark Kottenforst. Hier sollen sich primär Firmen aus dem „agro business“ ansiedeln, die durch Wissenschaft, Innovation und Nachhaltigkeit den klassischen Gartenbau in die Ära des Präzisionsgartenbaus 4.0 befördern soll.

Im Gegensatz zum klassischen Gartenbau, in der die Beackerung des Felds flächendeckend gleichmäßig geschieht, ist der Präzisionsgartenbaus 4.0 eine deutlich zielgerichtete und ortsdifferenzierte Kultivierungstechnik, die unter Berücksichtigung von aktuellen Wachstumsbedingungen agiert. Um dies zu ermöglichen werden zunächst Schlagcharakteristika, wie z. B. Feldgröße, Hindernisse, Bodenart etc. aufgezeichnet und mit GPS Koordinaten beschrieben. Diese Informationen werden mit Hilfe eines Minicomputers verarbeitet und auf einem Display sichtbar gemacht. Bei der folgenden Bearbeitung des Schlags wird mit Hilfe von einer GPS Antenne kontinuierlich die Position der Maschine bestimmt und mit den auf dem Computer abgespeicherten Daten verglichen. Diese GPS Steuerung ermöglicht neben autonomen Fahren auch eine extrem hohe Bearbeitungsgenauigkeit von +/- 2-3cm, was insbesondere dann gefordert ist, wenn Saatgut, Dünger, Pestizide oder auch Wasser punktgenau ausgebracht werden sollen.

In der Feldwirtschaft ist diese Kultivierungstechnik schon heute fester Bestandteil aller neuen Landmaschinen. Im Gartenbau dagegen wird primär versucht autonom fahrende Roboter mit dieser Technik auszustatten. Neben Ausbringung von Saatgut, Dünger, Pestizide oder auch Wasser, soll eine intergierte Kamera Unkraut erkennen, um diese in einem weiteren Schritt mechanisch zu entfernen. So könnte in naher Zukunft z. B. der Salatanbau fast vollständig autonom geschehen.

Ein anderer neuartiger Ansatz im Gartenbau sind schienengeführte Roboterarme, die Parzellen schon jetzt völlig autonom bewirtschaften. Nutzer können über eine App selbst entscheiden, welches Gemüse, wo in der Parzelle kultiviert werden soll. Der Roboterarm verfügt dabei über verschieden Steckmodule, welche es ihm Erlauben zu säen, zu bewässern, die Bodenfeuchte zu bestimmen und Unkraut zu entfernen. Dabei wird jede Gemüsepflanze gemäß ihren Ansprüchen behandelt, um die Kultivierung möglichst effizient zu gestalten.

Eine weitaus futuristischere aber dennoch praktikablere Methode, um ein Feld zu bewirtschaften bieten Drohen. Diese werden schon heute eingesetzt, um Dünge- und Pflanzenschutzmittelempfehlungen zu erstellen. Dabei werden Drohnen mit bestimmten Kameras ausgestattet, die Fotos im sichtbaren und Infrarot-Bereich schießen und anhand derer können flächenspezifisch Empfehlungen für Dünger und Pflanzenschutzmittelapplikationen berechnet werden.

Es zeigt sich, dass in diesem Bereich ein enormes Potenzial besteht, welches der Unternehmerpark Kottenforst mit Hilfe seiner Unternehmen nutzen möchte, um den Präzisionsgartenbaus 4.0 voranzubringen.

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Innovation und Wissenschaft

Zwischen dem nördlichen Rand der Eifel und dem Süden der Kölner Bucht liegt die Stadt Meckenheim. Aufgrund der besonderen geografischen Lage und dem damit einhergehenden milden Klima wurde schon früh mit der Kultivierung von Rosenfeldern und Obstplantagen begonnen. Insbesondere der Apfelanbau hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftspfeiler ausgeprägt und verhalf der Stadt Meckenheim zu ihrer im Volksmund gebräuchlichen Bezeichnung als Apfelstadt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Apfelstadt zu einer nationalen und internationalen Größe des Gartenbaus. Neben dem Obstanbau prägen Baumschulen und Firmen, die auf die Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen spezialisiert sind, das Bild von Meckenheim.

Zur Förderung dieses einzigartigen Standortes hat die Stadt Meckenheim in Kooperation mit der Stadt Rheinbach den „bio innovation park Rheinland“ gegründet. Sein Ziel ist die Verknüpfung der rheinischen Obst- und Baumschulregion mit der Wissenschaft. Diesem innovativen Projekt haben sich die in dieser Region ansässigen Unternehmen, die örtlichen Kommunen, die Universität Bonn, die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und die Alanus Hochschule angeschlossen. Durch die Kooperation soll ein einzigartiges Netzwerk entstehen, welches die Kernkompetenz der jeweiligen Mitglieder stärkt und zukunftsfähig machen sollen.

Um dieses Projekt für neue Unternehmen zugänglich zu gestalten entsteht im Herzen Meckenheims als Teil des „bio innovation park Rheinland“, der ca. 45 ha große Unternehmerpark Kottenforst. Unter dem Begriff „Präzisionsgartenbau 4.0“ sollen hier zentrale Zukunftsfelder durch Innovation und Wissenschaft mit dem klassischen Gartenbau vernetzt werden. Der „Präzisionsgartenbau 4.0“ stellt einen Teilbereich der „Landwirtschaft 4.0“ dar, hierunter versteht man die digitalisierte Kultivierung aller lebenden Pflanzen abseits der klassischen Feldwirtschaft. Diese Kultivierungstechnik soll die landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsmaßnahmen an die Bedürfnisse der zu kultivierenden Pflanzen anpassen. Dabei werden mithilfe von Sensoren vollautomatisch räumlich differenzierte Daten über Pflanze und Boden in Echtzeit gesammelt, analysiert und evaluiert. Dies dient dem Zweck schon während des Bearbeitungsprozesses geeignete Maßnahmen treffen zu können, die die Produktivität und Leistungsfähigkeit der Pflanze steigern. Gleichzeitig wird aber auch ressourcensparender und nachhaltiger gearbeitet, da die Ausbringung von Dünger und Pflanzenschutzmittel punktgenau und in Abhängigkeit von dem Reifestadium der Pflanze erfolgt. Die prophylaktische Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln ist in der Landwirtschaft heute immer noch der Standardfall. Dieses Vorgehen ist nicht nur ökonomisch unsinnig, es hat auch gravierende ökologische Folgen, welche sich zum Beispiel anhand der dramatischen Rückgänge an Fluginsekten erkennen lassen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, aber trotzdem eine hohe Qualität des Ernteproduktes zu gewährleisten wird z. B. an der Universität Bonn intensiv an Sensorik und Software geforscht. Diese soll den Schaderreger identifizieren und nur betroffene Pflanzen punktgenau behandeln.

Eingegliedert in dieser zukunftsweisenden Forschung soll der Unternehmerpark Kottenforst neue nationale und internationale Maßstäbe setzten, die den Präzisionsgartenbau 4.0 fundamental voranbringen.

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