Foto zeigt Bert Spilles und Dirk Schwindenhammer

Gewerbeflächenprofilierung ausgezeichnet

Stadt Meckenheim hat „innovative Wirtschaftsförderung“

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Meckenheim wurde jetzt mit dem Award „Innovative Wirtschaftsförderung“ ausgezeichnet. Bürgermeister Bert Spilles und Wirtschaftsförderer Dirk Schwindenhammer nahmen den Preis im Rahmen des „Forum deutscher Wirtschaftsförderer“ in Berlin vor mehr als 300 Tagungsgästen entgegen.

Foto zeigt Bert Spilles und Dirk Schwindenhammer

Die Stadt Meckenheim wurde in der Kategorie „Städte und Gemeinden bis 100.000 Einwohner“ als „innovative Wirtschaftsförderung“ ausgezeichnet.Foto: Stadt Meckenheim

Die Hochschule Harz und die Organisatoren des „Forum deutscher Wirtschaftsförderer“, darunter der Deutsche Städtetag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund und das Deutsche Institut für Urbanistik, hatten den Preis erstmals gemeinsam ausgelobt. 85 Projekte wurden eingereicht, fast die Hälfte davon aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Die Jury vergab 13 Preise in fünf Kategorien.

In der Kategorie „Städte und Gemeinden bis 100.000 Einwohner“ belegte die Wirtschaftsförderung der Stadt Meckenheim mit dem Projekt „bio innovation park Rheinland – Gewerbeflächenprofilierung durch Klimaschutzmaßnahmen“ einen hervorragenden zweiten Platz. Prof. Jürgen Stember von der Hochschule Harz war überrascht, dass so viele Bewerbungen eingereicht wurden. Er betonte, dass die Jury die Projekte anhand mehrerer gewichteter Kriterien bewertet habe. So spielten zum Beispiel der Innovationsgrad, konkrete Ergebnisse, sowie die Kooperation- und Netzwerkgestaltung eine wichtige Rolle.

„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung. Der Preis ist Beleg dafür, dass wir als Stadt die richtigen Weichen gestellt haben, aber auch Ansporn, den eingeschlagenen Weg mit Vehemenz weiter zu verfolgen“, freut sich Bürgermeister Bert Spilles.

Foto zeigt Prof. Jürgen Stember, Dr. Thomas Robbers, Dirk Schwindenhammer, Bert Spilles und Ralf Meurer

Preisverleihung im „Forum deutscher Wirtschafts-förderer“ in Berlin (v.l.): Prof. Jürgen Stember (Hochschule Harz), Dr. Thomas Robbers (Deutscher Verband der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaften e.V.), Meckenheims Wirtschaftsförderer Dirk Schwindenhammer, Bürgermeister Bert Spilles und Ralf Meurer (Fachkommission Wirtschaftsförderung des Deutschen Städtetags).Foto: Werner Geerißen/DVWE

Das ausgezeichnete Projekt „bio innovation park Rheinland – Gewerbeflächenprofilierung durch Klimaschutzmaßnahmen“ hat seinen Ursprung im Netzwerk „bio innovation park Rheinland e.V.“ und dem Forschungsvorhaben der Universität Bonn, einen klimaneutralen Wissenschafts- und Gewerbepark zu etablieren. Aus diesem Ansatz heraus hat die Wirtschaftsförderung Ansiedlungskriterien ent-wickelt, nach denen Grundstücke im neuen Unternehmerpark vergeben werden. „Die politisch beschlossenen Kriterien sind ein verlässliches Werkzeug, um Unternehmen und ihre Ansiedlungs-vorhaben objektiv bewerten zu können. Die ersten Unternehmen haben das Verfahren erfolgreich durchlaufen, erste Kaufverträge wurden bereits geschlossen. Der Prozess zeigt, dass die Qualität der Ansiedlungen steigt“, so Dirk Schwindenhammer. Unternehmen, die normalerweise in herkömmlicher Bauweise bauen würden, widmeten sich nun verstärkt den Klimaschutzmaßnahmen, vor allem dem Bauen mit Holz und anderen ökologischen Baustoffen. Die Diskussionen um Ressourcen-schonung führe außerdem zu einer geringeren Flächeninanspruchnahme.

„Auch für die Unternehmen bringt die Anwendung der Ansiedlungskriterien einige Vorteile: So kann die Schaffung eines Branchenclusters „bio innovation“ den Unternehmen Wettbewerbs- und Standortvorteile bieten. Durch das Bauen mit Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen werden Kostenvorteile entstehen. Ein „klimafreundlich“ oder „nachhaltig“ bewerteter Betrieb leistet seinen eigenen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Mögliche Auszeichnungen in diesem Zusammenhang fördern das positive Image und die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Dies kommt bei Kunden und (zukünftigen) Arbeitnehmern gut an“, heißt es im Bewerbungsschreiben der Stadt.

„Mit Blick auf den regionalen Arbeitsmarkt werden die Themen Fachkräftesicherung und -gewinnung immer wichtiger. Der Betriebsstandort in einem „klimaneutralen Wissenschafts- und Gewerbe-park“ mit einer hohen Standortqualität und die Zugehörigkeit zum „bio innovation park“ bietet gute Vermarktungsmöglichkeiten auch für das einzelne Unternehmen. Die hohe Qualität aller Betriebe am Standort erzeugt eine Werthaltigkeit für jede einzelne Immobilie“, erklärt der Wirtschaftsförderer.

Langfristiges Ziel sei es, einen klimaneutralen Wissenschafts- und Gewerbepark zu schaffen, der eingebettet ist in das führende Netzwerk für Bioökonomie und grüne Technologien, den „bio innovation park Rheinand“.

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Foto zeigt Vertreter der Stadt u.a. beim Pflanzen ines Baums

Unternehmerpark Kottenforst eröffnet

Erschließungsarbeiten im neuen Gewerbegebiet frühzeitig beendet

Nur ein Jahr nach dem Spatenstich und weit vor dem Zeitplan liegend haben die Stadt Meckenheim und der Erftverband den Abschluss der Erschließungsarbeiten und damit die Eröffnung des Unternehmerparks Kottenforst gefeiert. Bürgermeister Bert Spilles und Dr. Bernd Bucher, Vorstand des Erftverbandes, pflanzten vor zahlreichen geladenen Gästen eine heimische Säulenhainbuche im Wendehammer der mittleren Stichstraße „Im Buschfeld“. Ganz bewusst hatten sich die Akteure gegen das Zerschneiden eines Bandes und für das Pflanzen eines Baumes als Zeichen des gelebten Umwelt- und Klimaschutzes entschieden.

Foto zeigt Vertreter der Stadt u.a. beim Pflanzen ines Baums

Pflanzen zur Eröffnung eine Säulenhainbuche im Unternehmerpark Kottenforst (v.l.): der Technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt, Bürgermeister Bert Spilles, Sven Mevissen, Bauleiter von Kempen Krause Ingenieure Aachen, Holger Weber, Technischer Bereichsleiter der Strabag-Niederlassung Bonn, und der Vorstand des Erftverbandes Dr. Bernd Bucher.

„Dieser Unternehmerpark ist ein weiterer Baustein für nachhaltige Stadtentwicklung“, sagte Spilles und verwies auf die hohe Nachfrage an Gewerbe- und Industrieflächen in der Region. Dass man mit dem Abschluss der Erschließungsarbeiten weit vor dem ursprünglich geplanten Fertigstellungsdatum liege, sei der große Verdienst aller Beteiligten. Die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Erftverband als Partner und Bauherrn, mit der Strabag als ausführendem Unternehmen und mit Kempen Krause Ingenieure Aachen als Planer und Baubegleitung sowie den engen Schulterschluss zwischen sämtlichen Akteuren hob der Bürgermeister besonders hervor. „Dass wir jetzt zu diesem Anlass zusammenkommen und alle Bäume stehen, alle Straßen fertiggestellt sind und schon ihre Namen erhalten haben, das ist ihnen zu verdanken“, so der Bürgermeister. Dr. Bernd Bucher, Vorstand des Erftverbandes, sprach von einem Leuchtturmprojekt, auch für sein Unternehmen, und wünschte dem Unternehmerpark Kottenforst eine gute Entwicklung. Bucher und Spilles hatten ein Jahr zuvor am 14. November 2018 mit dem Spatenstich den Startschuss für die Erschließungsarbeiten gegeben.

„Den Unternehmerpark Kottenforst erschließen vier neue Straßen. Von der Hauptzufahrt, die über einen Kreisverkehr in die Straße „Am Pannacker“ mündet, führen drei Stichstraßen als Sackgassen in Richtung Westen. Der kleine Kreisverkehr lässt die Möglichkeit offen, den Unternehmerpark Kottenforst später direkt an die L 261 anzubinden.

Vermarktung trägt Früchte
Mit dem Unternehmerpark Kottenforst stößt die Stadt Meckenheim städtebaulich in neue Dimensionen vor. Seine Gesamtfläche beträgt mit 45 Hektar rund ein Drittel des alten Industrieparks Kottenforst, der sich auf 137 Hektar verteilt. Auch nimmt er konkrete Gestalt an: Erste Grundstücke sind mittlerweile verkauft, weitere konkrete Beratungs- und Ansiedlungsgespräche laufen. Im kommenden Jahr dürften die Betriebe mit ihren Bauvorhaben beginnen. Erster Betrieb, der sich ansiedelt, ist die Aubergine & Zucchini GmbH aus Bonn, die eine Großküche mit Verwaltung errichten und mit ihrem Unternehmen 2021 nach Meckenheim ziehen wird. Bei der Eröffnung konnten sich die Gäste schon mal von den Qualitäten der gesunden Küche überzeugen.

Und auch der zweite Betrieb, der im Sommer mit dem Bau seines Betriebsgebäudes beginnen möchte, kommt aus Bonn: Die Küpper Söhne GmbH wird vom Standort in Ippendorf nach Meckenheim ziehen. Geplant ist ein nachhaltiges Betriebsgebäude aus Holz mit Photovoltaik-Modulen auf dem Dach und an der Fassade. Darüber hinaus soll das Gebäude Wasserstoff erzeugen, der dann als Energieträger genutzt werden kann.

Ansiedlungskriterien entwickelt
Für die Profilierung des Unternehmerparks wurden durch die Wirtschaftsförderung Ansiedlungskriterien entwickelt. Zu ihnen zählen unter anderem die Zugehörigkeit zum Branchencluster „bio innovation“, beziehungsweise die Stellung im Wertschöpfungs-modell „Präzisionsgartenbau“, der ressourcenschonende Umgang mit Flächen, die Bebauung, Gestaltung und Nutzung der Grundstücke, insbesondere das Bauen mit Holz und der Einsatz erneuerbarer Energien sowie weitere Klimaschutzmaßnahmen. Hierzu werden die Interessenten von einem Experten der Alanus Hochschule beraten und gegebenenfalls im Planungsprozess begleitet. Ein Beratungshandbuch für das Bauen mit Holz und nachwachsenden Rohstoffen wurde eigens dazu entwickelt. In die Bewertung fließen überdies die Verkehrseffekte und die gesellschaftliche Verantwortung, die ein Unternehmen übernimmt, ein.

Zu den zukunftsweisenden Ansiedlungskriterien zählen auch der Einsatz von Photovoltaikanlagen auf Dächern und Wänden, die Nutzung von grünem Strom, Solarthermie, Geothermie, die energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe und die Energieerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung.

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Die Landwirtschaft 4.0 – Zukunft schon heute erleben

Die Landwirtschaft steht zu Beginn des 21. Jahrhundert unter enormen Druck. Die rasant wachsende Weltbevölkerung verlangt immer mehr Nahrung aber die Agrarflächen schrumpfen immer weiter durch Folgen des Klimawandels und der Urbanisierung ländlicher Regionen. Um diesen Verlust auszugleichen, müssen Agrarflächen immer produktiver und effizienter werden. Die digitale Revolution, welche in unserem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken ist, liefert für dieses Dilemma den passenden Lösungsansatz. Digitalisierte landwirtschaftliche Produktionsprozesse sind heute unter dem Namen Landwirtschaft 4.0 bekannt. Wobei 4.0 nach Dampf, Hydraulik und Elektronik für die vierte landwirtschaftliche Revolution, die Digitalisierung, steht. Die Basis dieser Revolution bildet die Vernetzung einzelner Fachgebiete, wie Robotik, Sensorik und Geoinformationstechnik und deren Integration in Landmaschinen. Das Zusammenspiel von interdisziplinären Bereichen spielt also eine fundamentale Rolle, um die Effizienz von Agrarflächen zu steigern. Wie dies im Einzelnen schon heute aussieht, liefert das folgende Beispiel.

Unkräuter, welche ungewollt auf dem Acker wachsen, beeinträchtigen das Wachstum von Nutzpflanzen. Sie konkurrieren um natürliche Ressourcen wie Wasser, Nährstoffe und Licht, was sich schließlich in einer Abnahme des Ertragspotenzials wiederspiegelt. In der konventionellen Landwirtschaft ist eine flächendeckende Behandlung des Ackers mit Herbiziden auch meist dann die favorisierte Lösung, wenn die Dichte an Unkräutern zwar hoch, aber nicht gleichmäßig ist. Dies bedeutet, dass viele Stellen auf dem Feld besprüht werden, an denen kein Unkraut wächst. Überflüssige Mengen versickern oder werden vom Wind auf benachbarte Flächen transportiert. Die Applikationsmethode ist ineffizient und kann zu gravierenden Umweltschäden führen.

Einen weitaus präziserer und nachhaltigerer Ansatz bietet hier die Landwirtschaft 4.0. In modernen Landmaschinen helfen GPS gesteuerte Lenkassistenten den Acker genauer zu bearbeiten, sodass Überschneidungen minimiert werden. Des Weiteren können intelligente Technologien mit Hilfe von Kamerasensoren Unkräuter von Nutzpflanzen unterscheiden und diese punktuell mit Dünger oder Herbiziden besprühen. Die Ackerfläche wird also nicht flächendeckend bearbeitet, sondern teilflächenspezifisch. So können Landwirte effizienter und kostengünstiger arbeiten, was die allgemeine Produktivität der Landwirtschaft steigert. Die Landwirtschaft 4.0 bestärkt außerdem den Richtungswandel hin zu einer immer umweltschonenderen Bewirtschaftung der Felder, da weniger Ressourcen wie Dünger und Herbizide verwendet werden.

Es ist also nicht eine einzelne Technologie, die den Landwirten hilft, ihre Produktivität zu steigern, sondern viel mehr das Zusammenspiel vieler einzelner. Ein ähnliches Konzept verfolgt der Unternehmerpark Kottenforst. Firmen aus verschiedenen Teilbereichen der Agrarbranchen sollen hier zentrale Zukunftsfelder der Landwirtschaft 4.0 durch Innovation, Nachhaltigkeit und ganz besonderes durch regen Austausch untereinander erforschen und weiterentwickeln. Unterstützend kommt hinzu, dass sich universitäre Einrichtungen aus der Agrarbranche in unmittelbarer Nähe befinden. So kann der Weg zwischen Industrie und Wissenschaft möglichst kurz gehalten werden, wovon beide Seiten profitieren können. Diese Vernetzung macht den Unternehmerpark Kottenforst zu einem einzigartigen Standort, der die Unternehmen im nationalen und internationalen Raum stärkt.

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Arbeiten liegen vor dem Zeitplan

Kanalerschließung des Unternehmerparks Kottenforst ist nahezu abgeschlossen

Die Arbeiten am Unternehmerpark Kottenforst schreiten zügig voran. Bei einem Termin auf der Baustelle informierte der Technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt gemeinsam mit weiteren Vertretern der Stadt Meckenheim, des Erftverbandes, der ausführenden Firma Strabag und von Kempen Krause Ingenieure über die Fortschritte des Großprojektes. Witt lobte den planmäßigen Fortgang der Bautätigkeiten und hob das vorbildliche Zusammenspiel der Projektbeteiligten hervor. „Dieses ist ein hervorragendes Beispiel für eine gelungene interkommunale Zusammenarbeit zwischen Stadt Meckenheim und Erftverband.“ René Düppen, Abteilungsleiter Planen und Bauen beim Erftverband, sprach mit Blick auf das schnelle Vorankommen von einem Riesenerfolg. Fast zwei Monate liege man vor dem Zeitplan.

Foto zeigt die Akteure, die über den Fortgang der Arbeiten am Unternehmerpark Kottenforst informieren.

Informierten über die Baufortschritte im Unternehmerpark Kottenforst, von links: Sven Mevißen, Bauleiter Kempen Krause Ingenieure, Holger Weber, Geschäftsführer Zweigstelle Hennef der Firma Strabag, Heinz-Peter Witt, Technischer Beigeordneter der Stadt Meckenheim, René Düppen, Abteilungsleiter Planen und Bauen Erftverband, Marcus Witsch, Fachbereichsleiter Verkehr und Grünflächen der Stadt Meckenheim, Peter Daube, Fachbereich Verkehr und Grünflächen der Stadt Meckenheim, Christian Wilhelm, Stadtwerke Meckenheim, sowie Lars Fischer vom Erftverband.

Die Kanalerschließungsarbeiten im neuen Unternehmerpark Kottenforst sind nahezu abgeschlossen. In nur fünf Monaten Bauzeit hat die vom Erftverband beauftragte Firma Strabag insgesamt fast fünf Kilometer neue Schmutzwasser- und Niederschlagswasserleitungen verlegt und umfangreiche Erdarbeiten für die offenen Gräben hergestellt. Das Kanalnetz der zirka 42 Hektar großen Gesamterweiterung des Industrieparks Kottenforst ist als Trennsystem angelegt. Schmutzwasser und Niederschlagswasser werden dabei in separaten Leitungen transportiert.

Das im Planungsgebiet anfallende Niederschlagswasser sammelt sich in einem rund 2,1 Kilometer langen Leitungssystem und wird über offene Gräben sowie ein Havarie-Becken gedrosselt in den Eisbach eingeleitet. Das Grabensystem dient dabei zusätzlich als Rückhalteraum und der Eisbach wird dadurch bei starken Niederschlägen entlastet.
Das Leitungssystem für das Schmutzwasser ist rund 2,8 Kilometern lang. Eine ebenfalls neu errichtete Pumpstation leitet das Schmutzwasser über eine rund 600 Meter lange Druckleitung in die bestehende Kanalisation an der K53 und von dort weiter zum Gruppenklärwerk Flerzheim, wo das Schmutzwasser gereinigt wird.

Auf die Fertigstellung der Kanalisation folgen die Erd- und Verlegungsarbeiten für die Versorgungsträger für Trinkwasser (Stadtwerke Meckenheim), Strom (westnetz), Gas (e-Regio) und Glasfasernetz (Telekom und b:nt). Somit kann im Juni mit den abschließenden Straßenbauarbeiten begonnen werden. Die Kosten für die Gesamtmaßnahme betragen rund 9,2 Millionen Euro.

Zweite Gemeinschaftsmaßnahme

Die Arbeiten an der zeitgleich zur Erschließung des Unternehmerparks Kottenforst durchgeführten Gemeinschaftsbaumaßnahme des Erftverbandes mit den Stadtwerken Meckenheim liegen ebenfalls gut im Zeitplan. Der vom selben Auftragnehmer ausgeführte Neubau eines Retentionsbodenfilters zur weitergehenden Reinigung von Niederschlagswasser samt Zufluss-Leitungen ist weit fortgeschritten. Das Erdbecken mit seinen 3.300 m2 Filterfläche erhält aktuell seine Abdichtungsbahn aus Kunststofffolie. Sie wird anschließend mit einer Schicht aus Filtersand belegt und mit Schilf bepflanzt. Der geplante Zeitplan zur Fertigstellung bis Ende 2019 kann voraussichtlich eingehalten werden.

Erneuerung der Trinkwassertransportleitung

In Zuge der Baumaßnahme erneuern die Stadtwerke Meckenheim die Trinkwassertransportleitung (Durchmesser DN 400) in Richtung des bestehenden Industriegebietes Kottenforst von der Kreuzung Gudenauer Allee / Bonner Straße bis zur Einmündung Bergerwiesenstraße. Die Rohrleitungsarbeiten sind zu 90 Prozent abgeschlossen. Der zwischenzeitlich für die Rohrlegearbeiten gesperrte Radweg an der K53 / Lüftelberger Straße ist wieder freigegeben und mit einer neuen Asphalttragschicht versehen worden. Die Asphaltdeckschicht erfährt nach Abschluss aller Arbeiten noch eine Ergänzung. Der Zeitplan dieser Maßnahme kann voraussichtlich ebenfalls wie vorgesehen bis Sommer 2019 umgesetzt werden.

Attraktive Gewerbefläche entsteht

Die Erschließungsarbeiten des Unternehmerparks Kottenforst haben mit dem ersten Spatenstich am 14. November 2018 begonnen. Es handelt sich um eine Gemeinschaftsmaßnahme der Stadt Meckenheim und des Erftverbandes, die der Erftverband federführend umsetzt. Im ersten Bauabschnitt wird derzeit eine ca. 31 ha umfassende Fläche erschlossen, um anschließend rund 20 ha Gewerbefläche vermarkten zu können. Die Größe der Grundstücke variiert zwischen 2.500 m2 und 30.000 m2.

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Nachhaltigkeit durch Innovation

Einen Schritt aus der Vergangenheit in die Zukunft geht die Stadt Meckenheim mit der Gründung des 31ha großen Unternehmerparks Kottenforst. Eingegliedert in die Strukturen des „bio innovation park Rheinland“ ermöglicht es der Park Unternehmen aus der Agrarbranche, den Kontakt zur universitären Wissenschaft herzustellen und zu intensivieren. Ziel des Parks ist es Wege zwischen Industrie und Wissenschaft möglichst kurz zu halten, damit sich beide Zweige im nationalen und internationalen Raum profilieren können.

Desweitern ist es das Ziel der Stadt, den Unternehmerpark Kottenforst so zu gestalten, dass ein Arbeitsumfeld geschaffen wird, welches das Motto „Gerne im Grünen leben und arbeiten“ verwirklicht. Um dies zu realisieren, sollen Unternehmen auf möglichst innovative Architektur und nachhaltige Baumaterialien zurückgreifen. Die Universität Bonn, als Teil des „bio innovation park Rheinlands“, liefert hierfür passende Umsetzungsmöglichkeiten, da sie die Entwicklung eines neuartigen Dämmputzes, bestehend aus dem schnell wachsenden Riesen-Chinaschilf (Miscanthus giganteus), vorantreibt. Dafür muss das Riesen-Chinaschilf zunächst getrocknet und auf eine ganz bestimmte Größe zerkleinert werden, um dämmleistungssteigernde Hohlräume, die sich in der Pflanze befinden, möglichst effizient nutzen zu können. In einem weiteren Schritt wird das zerkleinerte Schilf mit einem Bindemittel gemischt, um eine bessere Haftung an Oberflächen zu gewährleisten. Eine 1-2cm starke Schicht des Hochleistungsdämmputzes hat eine vergleichbare Wärmedämmleistung wie 14 cm Styropor. Auch soll der Einsatz von erneuerbaren Energien, wie z.B. die energetische Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen oder auch Photovoltaikanlagen auf Dach und Wand, die CO2-Emission des Unternehmerparks minimieren. Ein zukunftsorientiertes Konzept zur Reduktion von externer Energieversorgung und CO2-Emission findet sich schon jetzt in einer Außenstelle der Uni Bonn, dem Campus Klein-Altendorf. Hier werden Produktionsabfälle aus dem Obstanbau zusammen mit nachwachsenden Rohstoffen, wie z.B. das obengenannte Riesen-Chinaschilf verwendet und das Material mit Hilfe von Hackschnitzelheizungen energetisch nutzbar zu machen. Die dabei entstehende Asche kann als Dünger wieder in den Kultivierungsprozess eingebracht werden.

Ein „Grünes Klima“ können aber auch schon langbekannte Techniken, die stärker genutzt werden sollten, in dem Unternehmerpark Kottenforst erzeugen. So helfen Dach- und Fassadenbegrünung nicht nur die Luftqualität zu verbessern, sondern sie leisten auch einen Beitrag dazu, das Insektensterben zu verringern, indem sie neue Lebensräume schaffen. Insbesondere die Kombination von Dachbegrünung und Photovoltaikanlagen kann die Energieerzeugung steigern, da Dachbegrünungen eine kühlende Wirkung auf Photovoltaikanlagen haben.  Dies könnte für zukünftige Unternehmen eine gewinnbringende Kombination sein,  da angesichts der in dieser Region überdurchschnittlich hohen Sonnenstundenanzahl eine effiziente Nutzung der Anlagen zu erwarten ist. Im Vordergrund des Unternehmerparks steht es also nicht nur die Agrarbranche effizienter, innovativer und nachhaltiger zu gestalten mit Hilfe der zukünftig ansässigen Firmen, sondern darüber hinaus sollen die Firmen diesen nachhaltigen Charakter durch innovative Baukonzepte widerspiegeln.

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Einen Schritt in die Zukunft

Die Stadt Meckenheim kann auf eine langjährige und traditionsreiche Geschichte im Gartenbau zurückblicken. Einen Schritt aus der Vergangenheit in die Zukunft macht die Stadt Meckenheim mit der Errichtung des 45 ha großen Unternehmerpark Kottenforst. Hier sollen sich primär Firmen aus dem „agro business“ ansiedeln, die durch Wissenschaft, Innovation und Nachhaltigkeit den klassischen Gartenbau in die Ära des Präzisionsgartenbaus 4.0 befördern soll.

Im Gegensatz zum klassischen Gartenbau, in der die Beackerung des Felds flächendeckend gleichmäßig geschieht, ist der Präzisionsgartenbaus 4.0 eine deutlich zielgerichtete und ortsdifferenzierte Kultivierungstechnik, die unter Berücksichtigung von aktuellen Wachstumsbedingungen agiert. Um dies zu ermöglichen werden zunächst Schlagcharakteristika, wie z. B. Feldgröße, Hindernisse, Bodenart etc. aufgezeichnet und mit GPS Koordinaten beschrieben. Diese Informationen werden mit Hilfe eines Minicomputers verarbeitet und auf einem Display sichtbar gemacht. Bei der folgenden Bearbeitung des Schlags wird mit Hilfe von einer GPS Antenne kontinuierlich die Position der Maschine bestimmt und mit den auf dem Computer abgespeicherten Daten verglichen. Diese GPS Steuerung ermöglicht neben autonomen Fahren auch eine extrem hohe Bearbeitungsgenauigkeit von +/- 2-3cm, was insbesondere dann gefordert ist, wenn Saatgut, Dünger, Pestizide oder auch Wasser punktgenau ausgebracht werden sollen.

In der Feldwirtschaft ist diese Kultivierungstechnik schon heute fester Bestandteil aller neuen Landmaschinen. Im Gartenbau dagegen wird primär versucht autonom fahrende Roboter mit dieser Technik auszustatten. Neben Ausbringung von Saatgut, Dünger, Pestizide oder auch Wasser, soll eine intergierte Kamera Unkraut erkennen, um diese in einem weiteren Schritt mechanisch zu entfernen. So könnte in naher Zukunft z. B. der Salatanbau fast vollständig autonom geschehen.

Ein anderer neuartiger Ansatz im Gartenbau sind schienengeführte Roboterarme, die Parzellen schon jetzt völlig autonom bewirtschaften. Nutzer können über eine App selbst entscheiden, welches Gemüse, wo in der Parzelle kultiviert werden soll. Der Roboterarm verfügt dabei über verschieden Steckmodule, welche es ihm Erlauben zu säen, zu bewässern, die Bodenfeuchte zu bestimmen und Unkraut zu entfernen. Dabei wird jede Gemüsepflanze gemäß ihren Ansprüchen behandelt, um die Kultivierung möglichst effizient zu gestalten.

Eine weitaus futuristischere aber dennoch praktikablere Methode, um ein Feld zu bewirtschaften bieten Drohen. Diese werden schon heute eingesetzt, um Dünge- und Pflanzenschutzmittelempfehlungen zu erstellen. Dabei werden Drohnen mit bestimmten Kameras ausgestattet, die Fotos im sichtbaren und Infrarot-Bereich schießen und anhand derer können flächenspezifisch Empfehlungen für Dünger und Pflanzenschutzmittelapplikationen berechnet werden.

Es zeigt sich, dass in diesem Bereich ein enormes Potenzial besteht, welches der Unternehmerpark Kottenforst mit Hilfe seiner Unternehmen nutzen möchte, um den Präzisionsgartenbaus 4.0 voranzubringen.

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Innovation und Wissenschaft

Zwischen dem nördlichen Rand der Eifel und dem Süden der Kölner Bucht liegt die Stadt Meckenheim. Aufgrund der besonderen geografischen Lage und dem damit einhergehenden milden Klima wurde schon früh mit der Kultivierung von Rosenfeldern und Obstplantagen begonnen. Insbesondere der Apfelanbau hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftspfeiler ausgeprägt und verhalf der Stadt Meckenheim zu ihrer im Volksmund gebräuchlichen Bezeichnung als Apfelstadt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Apfelstadt zu einer nationalen und internationalen Größe des Gartenbaus. Neben dem Obstanbau prägen Baumschulen und Firmen, die auf die Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen spezialisiert sind, das Bild von Meckenheim.

Zur Förderung dieses einzigartigen Standortes hat die Stadt Meckenheim in Kooperation mit der Stadt Rheinbach den „bio innovation park Rheinland“ gegründet. Sein Ziel ist die Verknüpfung der rheinischen Obst- und Baumschulregion mit der Wissenschaft. Diesem innovativen Projekt haben sich die in dieser Region ansässigen Unternehmen, die örtlichen Kommunen, die Universität Bonn, die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und die Alanus Hochschule angeschlossen. Durch die Kooperation soll ein einzigartiges Netzwerk entstehen, welches die Kernkompetenz der jeweiligen Mitglieder stärkt und zukunftsfähig machen sollen.

Um dieses Projekt für neue Unternehmen zugänglich zu gestalten entsteht im Herzen Meckenheims als Teil des „bio innovation park Rheinland“, der ca. 45 ha große Unternehmerpark Kottenforst. Unter dem Begriff „Präzisionsgartenbau 4.0“ sollen hier zentrale Zukunftsfelder durch Innovation und Wissenschaft mit dem klassischen Gartenbau vernetzt werden. Der „Präzisionsgartenbau 4.0“ stellt einen Teilbereich der „Landwirtschaft 4.0“ dar, hierunter versteht man die digitalisierte Kultivierung aller lebenden Pflanzen abseits der klassischen Feldwirtschaft. Diese Kultivierungstechnik soll die landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsmaßnahmen an die Bedürfnisse der zu kultivierenden Pflanzen anpassen. Dabei werden mithilfe von Sensoren vollautomatisch räumlich differenzierte Daten über Pflanze und Boden in Echtzeit gesammelt, analysiert und evaluiert. Dies dient dem Zweck schon während des Bearbeitungsprozesses geeignete Maßnahmen treffen zu können, die die Produktivität und Leistungsfähigkeit der Pflanze steigern. Gleichzeitig wird aber auch ressourcensparender und nachhaltiger gearbeitet, da die Ausbringung von Dünger und Pflanzenschutzmittel punktgenau und in Abhängigkeit von dem Reifestadium der Pflanze erfolgt. Die prophylaktische Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln ist in der Landwirtschaft heute immer noch der Standardfall. Dieses Vorgehen ist nicht nur ökonomisch unsinnig, es hat auch gravierende ökologische Folgen, welche sich zum Beispiel anhand der dramatischen Rückgänge an Fluginsekten erkennen lassen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, aber trotzdem eine hohe Qualität des Ernteproduktes zu gewährleisten wird z. B. an der Universität Bonn intensiv an Sensorik und Software geforscht. Diese soll den Schaderreger identifizieren und nur betroffene Pflanzen punktgenau behandeln.

Eingegliedert in dieser zukunftsweisenden Forschung soll der Unternehmerpark Kottenforst neue nationale und internationale Maßstäbe setzten, die den Präzisionsgartenbau 4.0 fundamental voranbringen.

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